
Vor über 27 Jahren, am 15. Februar 1999, wurde Abdullah Öcalan, kurdischer Philosoph und Politiker, im Rahmen einer groß angelegten Geheimdienst-Operation in Kenia festgenommen und auf die türkische Gefängnisinsel Imrali verschleppt. Seitdem wird er unter strengsten Haftbedingungen auf der Insel festgehalten. Mit dieser Operation sollte die Bewegung des kurdischen Volkes zerschlagen werden, doch sie verfehlte ihr Ziel, denn das kurdische Volk hat seinen Befreiungskampf nicht unterbrochen.
Auch Abdullah Öcalan führte seinen Widerstand trotz schwerster Isolations- und Folterbedingungen fort. Obwohl ihm geeignete Bedingungen zum Schreiben häufig fehlten, schrieb er zahlreiche Bände an Verteidigungsschriften, in denen er Vorschläge zum Aufbau des Sozialismus im 21.
Jahrhundert entwickelt. Sein Werk umfasst eine breite Analyse der Menschheitsgeschichte, der Klassengesellschaft, der Unterdrückung der Frau und zugleich detaillierte Auseinandersetzungen mit der Praxis und Fehlern der eigenen Bewegung. Darüber hinaus liefert der sozialistische Philosoph konkrete Ansätze für ein friedlicheres Zusammenleben der Völker, die gerade in den letzten Jahren, in denen der Mittlere Osten zunehmend zum Kriegsschauplatz wurde, aktueller denn je sind.
Letztes Jahr, am 25. Februar 2025, hat Abdullah Öcalan den Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft eingeleitet. Damit gingen tief gehende Veränderungen der eigenen Bewegung, wie der Auflösung der Arbeiterpartei Kurdistans und der Strategiewechsel hin zur demokratischen Politik einher. Damit dieser Prozess, dessen Erfolg einen wichtigen Beitrag zum Frieden im Mittleren Osten leisten kann, vorangeht, ist die Möglichkeit Öcalans zur freien Kommunikation mit der Gesellschaft, Medien und politischen Akteur:innen unabdingbar.
Als Jugendorganisation, die hierzulande tätig ist, begreifen wir uns als Teil eines internationalen Kampfes für Frieden und Sozialismus. Die Ideen Abdullah Öcalans zum Aufbau des Sozialismus im 21. Jahrhundert sind auch für unseren Kampf richtungweisend. Daher kämpfen wir für ein Ende der Isolationsbedingungen und für die physische Freiheit Öcalans nach nun mehr als 27 Jahren Haft.
Ein Teil der Aktionen der kurdischen Freiheitsbewegung fand in den letzten Jahren in Straßburg statt: Seit 2012 wird dort wöchentlich eine Mahnwache für die physische Freiheit Öcalans organisiert. Anlässlich des 14. Jahrestages fand am 22. Juni eine große Pressekonferenz in Straßburg statt. Gerade jetzt, wo die Kräfteverhältnisse im Mittleren Osten im Wanken sind, braucht es entschlossene, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen für die Lösung der kurdischen Frage.
So waren auch wir als YUNA – Demokratische Jugend in Straßburg und haben an der Pressekonferenz teilgenommen.